Sucht und Psychotrauma.

 

 

Die Abhängigkeit wird oft begleitet, oder verursacht durch ,andere Psychische Störungen ,wie Angststörungen, Depressionen und vor allem Psychotraumafolgestörungen , wobei es sich meisten um ein Psychotrauma mit einer PTBS (Post-Traumatische- Belastungs- Störung) Symptomatik handelt. Die Symptomatik von Psychotraumafolgestörungen besteht aus: Intrusionen, Vermeidung (von Orten, Situationen, Beziehungen), Stressintoleranz, Erinnerungslücken, Angst, Depressionen, Sucht, Schlafstörungen, aggressives Verhalten.

Dieses bedeutet, dass sowohl ein großenteils unbewusstes Suchtgedächtnis vorhanden ist, sowie ein, durch die Psychotraumata entstandenen und primär unbewusstes, Reaktionsmuster.

Erlebt werden diese durch den Suchtdruck (Verlangen) und durch Intrusionen (Bilder, Gefühlen wie Angst, Wut, Scham und Körperreaktionen), welche, wenn das Sucht- Gedächnis oder Trauma- Gedächnis aktiviert werden, auftreten. (Klassisch ist das Beispiel von einem seit 10 Jahre trockenen Alkoholiker, der nachdem seine Frau ihn verlassen hat, aus einem vollautomatisierten Reflex heraus auf einmal eine Flasche Whisky leer trinkt.)

 

 

 

Schematisch dargestellt: 

 

 

Diese beiden Faktoren destabilisieren den Patienten und brauchen eine professionelle Parallelbehandlung von sowohl der PTBS sowie der Suchtproblematik. So führen, zum Beispiel, unbehandelte Verluste oder Gewalttraumata früher oder später oft zu Rückfällen in Drogen, Alkoholkonsum oder Gewaltausbrüche.

Darum sind diese Patienten, bei ungenügend psychotherapeutischer Behandlung, eine fortdauernden Gefahr (Risiko) für sich aber auch für andere Erwachsene und vor allem Kinder.

Momentan werden in Deutschland pro Jahr 3.500 Fälle von Kindermisshandlung registriert.

Auch hat sich gezeigt, dass viel mehr Missbrauch bei Männern in ihrer Jugend stattgefunden hat als bisher angenommen wurde. Männer, die dieses oft verschwiegen haben, kompensieren durch übermäßig aggressives und gewalttätiges Verhalten. In dem Abschlussbericht der Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs (April 2011), schreibt Dr. Christine Bergmann, dass von den bekannten missbrauchte Mädchen und Frauen 57% in der allgemeinen Psychotherapie behandelt werden und davon 11% in eine Psychotraumaspezifische Psychotherapie, wobei bei Jungen und  Männer nur 38 % in der allgemeinen Psychotherapie und 5% in  Psychotraumaspezifische Therapie betreut werden (siehe Seite 56). Im Bericht wird empfohlen schnelle, für die Betroffenen leicht erreichbare, Psychotraumaspezifische Psychotherapie zu ermöglichen.

Wichtig ist nochmals zu betonen, dass bei Abhängigkeitserkrankungen oft  auch ein Psychotrauma vorliegt aber umgekehrt, und umgekehrt, bei der Hauptdiagnose PTBS (Psychotraumafolgestörungen) oft eine Form von Abhängigkeit (Alkohol, Drogen, Beziehungsabhängigkeit, Spielsucht etc.) zusätzlich vorhanden ist die oft nicht erkannt wird und unbehandelt bleibt. Zusätzlich ist die transgenerationelle Problematik zu berücksichtigen. Immer mehr Kinder wachsen mit einem abhängigen (vor allem Alkohol oder Tabletten) oder psychotraumatisierten Elternteil auf. (Mütter von missbrauchten Mädchen wurden oft früher  selber in ihrer Jugend sexuell Missbraucht).

 

 

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